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Cervia - Milano Marittima
Man erzählt sich, dass, als die Stadt noch rundherum von Wäldern umgeben war, einer der häufigsten Besucher des Waldes der Bischof von Lodi war. Eines Tages traf er während eines Spaziergangs auf einen Hirsch (it. cervo), der sein hohes Amt erkannte und sich ehrfürchtig vor ihm niederkniete. Seit diesem Tage schien es nur natürlich, die Stadt Cervia zu nennen, nicht nur um an dieses wundersame Ereignis zu erinnern, sondern auch in Anbetracht dessen, dass es außerordentlich viele Hirsche in der Umgebung gab. Eine der beiden Versionen hat wohl auch die Einwohner überzeugt, so dass auch auf dem Stadtwappen ein goldener Hirsch auf grünem Boden kniend dargestellt ist.
Die Gründung und Entwicklung Milano Marittimas gehen auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, als Cervia eine kleine Stadt mit 9.000 Einwohnern war und von traditioneller Wirtschaft abhing, die hauptsächlich mit der Salzproduktion, der Landwirtschaft und der Fischerei verbunden, und der größte Teil der Bevölkerung aus Analphabeten gebildet war.
Die erste „Badeanstalt“, die Cervia zum Ferienort machte wurde 1882 eröffnet. Am 21. Juni 1911 wurde die „Gesellschaft Milano Marittima zur Entwicklung des Strandes von Cervia“ gegründet. So nahm eine bedeutsame Stadtentwicklung den Anfang, die trotz der Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg in den 20er Jahren immer bedeutender wurde. Die Entwicklung des Tourismus wurde in den 30er intensiver, dann aber neuerlich durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. In der Nachkriegszeit blühte er auf und machte die Stadt zu einem der renommiertesten Badeorte Italiens.
MAGAZZINI DEL SALE, SALZLAGERHÄUSER
Das Lager im Turm auf der rechten Kanalseite entstand noch vor der Konstruktion des Neuen Cervia. Die Bedeutung des Salzes war für das Städtchen so groß, dass sie die Errichtung eines so imponierenden Gebäudes rechtfertigte, dass 100.000 bis 130.000 Doppelzentner dieses kostbaren Minerals aufnehmen konnte. Das Lager, gänzlich aus Tonbacksteinen errichtet, spiegelt den Grundriss einer römischen Basilika wieder, bestehend aus drei Schiffen und misst 66 Meter in der Länge und 18 Meter in der Breite. Heute beherbergt es eine ständige Ausstellung der Salzkultur und bietet Platz für künstlerische und kulturelle Ereignisse. Das Lager „Darsena“ auf der linken Seite des Kanalufers wurde ausschließlich mit Material aus der alten Stadt erbaut, nach der Rekonstruktion Cervias an seinem aktuellen Ort.
TORRE DI SAN MICHELE, MICHAELERTURM
Der Turm geht auf das Jahr 1691 zurück. Er wurde erbaut, um die Stadt vor den Türken und Sarazenen zu verteidigen. Er ist 22,5 Meter hoch und galt als uneinnehmbar wegen seiner schmalen Fenster und weil er durch eine Zugbrücke, die aber heute nicht mehr vorhanden ist, mit dem Festland verbunden war. Seine vier Stockwerke beherbergten ein Kellergeschoss, die Küche, die Zimmer für die Soldaten und, ganz oben, einen imposanten Exerzierplatz. Im Laufe der Zeit wurde er zum Quartier der Zollwache (daher auch der Name „Torre dei Finanzieri“), die die Aufgabe hatte, das Salz in den Lagern zu bewachen.
SANTUARIO DELLA MADONNA DEL PINO
Die Anfänge der Wallfahrtskapelle gehen auf das Jahr 1445 zurück, als sie errichtet wurde, um ein Bildnis der Jungfrau aufzunehmen zu ehren, das auf unerklärliche Weise auf dem Stamm einer Pinie erschienen war. Die eigentliche Kirche wurde im Jahr 1498 geweiht. Die Madonna del Pino zeigt sich mit einer Vorderseite in spätromanischen Stil, bereichert von einem Portal aus istrianischem Gestein, das 1557 von der Gemeinde Cervia geschenkt wurde. Im Inneren ist sie ein einziger Raum mit offenen Dachträgern, der in einer kleinen Altarnische endet, während sich auf der rechten Seite der Kirche die Kapelle der Jungfrau befindet, wo in der Vergangenheit das Kruzifix von Fra Girolamo bewahrt wurde.
PARCO NATURALE, NATURPARK
Der Naturpark wurde 1963 eingerichtet und erstreckt sich über eine Fläche von 30 Hektar Pinienwald. Er verdankt seine Bildung dem Ziel, eine wichtige Charakteristik Cervias zu bewahren, die Natur.
Gleichzeitig erlaubt er den Touristen einen vollen Einblick in die typische Flora und Fauna der Gegend. Der Park beherbergt verschiedene Tiere, sei es der wilden Art, als auch der für Bauernhöfe typischen Haustiere. Durch gewundene Wege, die reich an Monografien sind, kann man die für Cervias Pinienhaine typische Vegetation kennen lernen.
PINETA, PINIENWALD
Aktuell erstreckt sich der Pinienwald über 260 Hektar zuzüglich der 30 Hektar des Naturparks. Auch wenn er gegenüber der Vergangenheit etwas kleiner geworden ist, so stellt der Pinienwald von Cervia doch ein Vermögen von beachtlichem Interesse an der Natur dar und bietet seinen Besuchern herrliche Anblicke.
Die Vegetation zeichnet sich außer Eichen, Weißpappeln, und Robinien durch zwei Arten der Mittelmeerpinien aus: die Pinus Pinea, auch Pino Domestico genannt, und der Strandkiefer.
Der Wald ist in vier Zonen aufgeteilt, die man auf 32 Pfaden erkunden kann.