Ausflüge, nicht zu verpassen: PESARO, URBINO E MONTEFELTRO
Die Provinz Pesaro und Urbino ist die nördlichste der Marken, und bildet daher einen strategischen Punkt für den Tourismus: zwischen der Adria und den Bergen des Apennins, mit direktem Kontakt zur Romagna, Toskana und Umbrien.
Bemerkenswert ist die Farbenvielfalt der Jahreszeiten in dieser Gegend. Das Grün der Wälder und das Blau des Meeres vermitteln in einem harmonischen Zusammenspiel einzigartige Emotionen. Geschichte und Umgebung sind miteinander verschmolzen. Urbino bewahrt seine Atmosphäre der idealen Stadt der italienischen Renaissance.
Um sie herum ist der Montefeltro, mit zahlreichen Burgen und Ruinen, die an ungangbare Felsen gebaut sind, Wallfahrts- und Pfarrkirchen inmitten offener Weiden oder an Waldrändern, Prinzenpalästen und vornehmen Herzogshöfen. Das schmackhafte, fantasiereiche und unerschöpfliche Angebot an Wein und Gastronomie ist eine Einladung, die Gastfreundschaft der „Provincia bella“ zu genießen.
PESARO wurde im Jahr 184 vor Christus von den Römern als Kolonie auf dem Boden der Umbro-Sabeller gegründet, dem Volk, das in den Marken zur Eisenzeit ansässig war. Es wurde 539 nach Christus von Vitige zerstört, von Belisario wiederaufgebaut und von 545 bis 553 von den Goten besetzt. Nach dem Untergang Roms wurde Pesaro zusammen mit Rimini, Fano, Senigallia und Ancona eine der Städte der „Pentapoli“, unter direkter Abhängigkeit von der byzantinischen Herrschaft von Ravenna.
In der Renaissance folgten sich in der Adriastadt verschiedene Herrschaftshäuser aufeinander: die Malatesta, die Sforza, deren Vorherrschaft von Cesare Borgia unterbrochen wurde und dann von Papst Giulio II an die ihm verwandten Della Rovere Familie vergeben wurde, die Pesaro als Sitz ihres Herzogtums gewählt hatten. In den ersten Jahren ihrer Herrschaft entstanden überall in der Stadt Baustellen zur Errichtung von neuen öffentlichen und privaten Gebäuden und es begann die Errichtung einer neuen, sichereren Stadtmauer, die zur Verteidigung, auch vor plötzlichen Attacken von der Meerseite, dienen sollte.
DER HERZOGSPALAST wurde Mitte des 15. Jahrhunderts von Alessandro Sforza erbaut. Die Fassade besteht aus einem Bogengang mit sechs von schweren Quadersteinsäulen gestützten Bogen und einem Obergeschoss mit fünf Fenstern, die mit Wappen, Girlanden und Putten verziert sind. Die rechte Seite (die einzig sichtbare) hat den Endbogen des gotischen Bogengangs und im Obergeschoss zwei große Fenster, ähnlich denen an der Fassade, aber ohne Verzierungen.
DIE BASILIKA KATHEDRALE, vor kurzem restauriert, ist sie auf den Resten eines spätrömischen Gebäudes in romanischer Zeit errichtet worden. Die Fassade im romanisch-gotischen Stil ist unvollendet: sie hat ein einfaches spitzbogiges Portal umgeben von einer Borte kleiner Bögen. Besonders interessant ist das Vermögen an Mosaiken, die ebenfalls kürzlich zum alten Glanz gebracht wurden. Ein ehemaliges Gefängnis, ist die starke „Rocca Costanza“ nun in Erwartung einer neuen Bestimmung.
Ein Werk aus dem 15. Jahrhundert, verstärkt mit runden Ecktürmen, umgeben von einem breiten Graben liegt wenige Meter vom Herzogspalast entfernt das kleine GEBURTSHAUS von Gioacchino Rossini, flankiert von zwei typischen Werkstätten des 18. Jahrhunderts. Im Inneren des Hauses hat man ein Museum eingerichtet, das dem Komponisten gewidmet ist und aus einer Sammlung von Plakaten, Drucken und Porträts besteht.
URBINO ist die antike Hauptstadt des Herzogtums Montefeltro und erhebt sich auf der Spitze zweier Hügel deren Abhänge mit Haus- und Kirchendächern nach Nordost zur "Porta Lavagine“ gehen und zur "Porta Valbona" nach Südwest. Es ist einer der Hauptanziehungspunkte für Kunsttouristen der ganzen Welt, wegen seiner Geschichte und der vielen Monumente und Kunstwerke, die es dort gibt.
Die strategische Lage war vorteilhaft in den Kämpfen, die die Zeit der Feudalherrschaft charakterisierten, als Urbino sich auf die Seite der Ghibellini schlug und Antonio von Montefeltro, eine Revolte in Rom gegen Barbarossa beschwichtigend, auf dem Schlachtfeld den Grafentitel und das Amt des kaiserlichen Vikars in Urbino erwarb. Dies war der Anfang des Bandes der Stadt mit der Dynastie der Montefeltro, das bis zu seinem Aussterben gehalten hat, auch wenn es Momente der Schwierigkeiten und des Widerstands gab.
Urbino erlangte den Gipfel seines künstlerischen Glanzes vor allem nach Erreichen der Oberhoheit des Territoriums der Montefeltro; es war Wille des Herzogs Federico, dass der alte mittelalterliche Wohnsitz der Montefeltro ausgebaut und verschönert wurde, zuerst von Luciano Laurana und dann von Francesco di Giorgio Martini, bis er der herrliche Herzogspalast wurde, ein absolutes Meisterwerk der Renaissance und heute Sitz der angesehenen Nationalgalerie der Marchen, die größte Werke wie die "Flagellazione" und die "Madonna di Senigallia" von Piero della Francesca und die "Muta" von Raffaello Sanzio beherbergt.
Wenn man durch Urbino zieht, durch seine steilen Straßen und Gassen, kann man alle Einzelteile einer Stadt finden, das die Zeichen einer langen künstlerischen und kulturellen Geschichte trägt: vom gewaltigen Bauwerk der neopalladianischen Kathedrale zum prächtigen Portal in Travertinstein der Kirche S. Domenico, von der mittelalterlichen Kirche S. Francesco mit dem schönen gotischen spitzen Glockenturm und dem großen Altarflügel von Federico Barocci, zum Oratorium S. Giuseppe mit der berühmten "Krippe" von Brandani, von Palazzo Albani zur nahe gelegenen Kirche S. Spirito, zum Geburtshaus von Raffaello, Sitz der gleichnamigen Akademie die 1869 gegründet wurde.
Weiter oben die "Fortezza Albornoz" und unten im Tal das herrliche Stadtpanorama, das man von Borgo Mercatale genießen kann, mit dem bedrückenden halbrunden Volumen, das die "Rampa Elicoidale" von Francesco di Giorgio Martini beinhaltet, überragt von der Größe des Theaters "R.Sanzio" aus dem 19. Jahrhundert und, noch weiter oben, von den Altarnischen, der Kuppel und dem Glockenturm der Kathedrale, flankiert von den großen Fenstern
des hängenden Gartens und der monumentalen Westseite des Herzogspalastes.
Außerdem gibt es auch noch die Stadt Urbino der Studien, der Freien Universität und deren modernen Anstalten, des "Istituto Superiore per le Industrie Artistiche (ISIA)" Hochschule für Industriekunst, das sich im Inneren des monumentalen ehemaligen Klosters S. Chiara befindet, und auch der so genannten "Schule des Buches", mit ihrem berechtigten Ruf als Fabrik für künstlerische Talente auf dem Gebiet der Graphik und der verschiedenen Gravierungstechniken.
Jedes Jahr im August feiert Urbino seine Stadt mit dem Herzogsfest: ein kostümiertes Wiedererleben in den Straßen des Zentrums, an der Seiltänzer und Feuerschlucker teilnehmen und das seinen Höhepunkt in dem Wettkampf der Grafschaften unter Beiwohnung des Hofes des Herzogs hat.
















