Ausflüge, nicht zu verpassen: RAVENNA

RavennaRavenna: die Byzantinischen Kunstschätze und der Zauber einer "sanften Bangigkeit des Ostens" (Zitat von E. Montale) lebt erneut auf in der weichen Umarmung der Terra Cotta und in dem Glanz der Mosaiken. .

Das Schicksal Ravennas war das einer Hauptstadt: die des Weströmischen Reiches, der Herrschaft von Odoaker und dann des Reiches von Theoderich. Als 553 Ravenna zum italienischen Vorposten der Byzantinischen Herrschaft wurde, bereicherte sich das Gesicht der Stadt mit unvergänglichen Kunstwerken: jenen Mosaiken, die Ravenna zu seinem internationalen Ruf verholfen haben.

In der Basilika S.Vitale erstrahlen die Mosaiken mit ihren vom Naturalismus geprägten Szenen und typischen Bildnissen in einem statischen und feierlichen Stil der dafür bekannten Byzantinischen Kunst. In dem anliegenden Mausoleum der Galla Placidia wird die Kuppel von Mosaiken zu einer "blaugr ünen goldleuchtenden Nacht" (Zitat von G. D'Annunzio). In der Basilika S. Apollinare Nuovo folgen die Mosaiken, welche Episoden des Christuslebens erzählen, an den Wänden des Mittelschiffes aufeinander.

Ravennas Mosaiken sind aber nicht nur Kunstwerke, die zu bewundern gilt: das Kunstinstitut für Mosaik hat sie zu etwas Lebendigem gemacht, wobei es um kreative Planung und Herstellung geht. In den für Besucher geöffneten Handwerksläden, die in der ganzen Stadt verbreitet sind, vereint sich die Kreativität der Künstler mit der sorgfältigen Geschicklichkeit der Handwerker. Sie kommt besonders durch die Reproduktion der antiken Darstellungen, durch die Verwendung von ähnlichen Techniken und Pastellfarben heraus, die schon während der Römischen und Byzantinischen Zeit eingesetzt wurden, aber man experimentiert auch in neuere Richtungen. Seit der zweiten Hälfte der 80 Jahre, feiert man in der Basilika S.Vitale, in der Basilika S.Apollinare Nuovo und in Classe einen weltlichen Ritus: das Ravenna-Festival. Hier spielt sich der sommerliche Spielplan ab, der sich auf die berühmten Musikwerke, dirigiert von Riccardo Muti, stützt und der dem Ballett, der Prosa, der Filmkunst und den nicht-akademischen Disziplinen Raum schenkt. Nach Ravenna hatte sich Dante geflüchtet, um dem Scheiterhaufen zu entkommen. Er ist in Ravenna 1321 gestorben. Ravenna bewacht seine Hülle. Für lange Zeit verlangten die Florentiner sie erfolglos zurück. Als schließlich die Überführung bewilligt wurde, fanden sie eine leere Urne: die Franziskanermönche hatten die Gebeine entwendet und versteckt. Nach drei Jahrhunderte wurden sie zufällig aufgefunden und in einen kleinen neoklassischen Tempel unter das gemeißelte Bildnis des in Lektüre vertieften Dichters, gelegt.

Ein bisschen südlich von Ravenna, wo jetzt sich die Basili ka S. Apollinare mit ihren Mosaiken aus dem VI-IX Jhdt. erhebt, schaukelte einst das Adriatische Meer. Bevor das Land, nach dem Zurückweichen der Gewässer des Pos, sich in eine weite Ebene zusammengefügte. Die alte Stadt von Classe (auf Lateinisch:"Flotte"), mit ihren 250 Schiffen, war der größte Römische Hafen des Adriatischen Meeres und des Ostmittelmeeres. Das weite archäologische Gebiet neben der Basilika ist ein Beweis dafür.